Das “Emergenza Festival” in Ulm am 19. Januar 2018

Ende letzten Jahres (es muss ungefähr im November gewesen sein) habe ich über Facebook erfahren, dass das Emergenza in Ulm Station machen würde. Die “Marke” steht seit vielen Jahren für DEN Bandcontest in Deutschland (und Europa, ja, sogar der Welt… mehr dazu auf der oben verlinkten Website).

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Aufgrund anderer Termine habe ich es leider nicht pünktlich zu Showbeginn in den immer wieder gern besuchten Club Schilli geschafft, wurde aber gleich freundlich von “Chef-Organisator” Matthias in Empfang genommen, der sich nicht nur für die Bands mächtig ins Zeug legt, sondern auch den Abend moderierte und die Stimmen auszählte. Von A True Romance habe ich nur noch zwei Songs mitbekommen, konnte mir aber im Juni im Studentencafé schon ein Bild machen. Die Bühnenutensilien verrieten mir, dass die Boombox wieder zum Einsatz kam und beim Song “Radio” mithilfe von Papierschildern zum Mitsingen aufgefordert wurde. Die Rockband kam gut an, das Publikum drängte sich vor der Bühne und am Schluss wurden noch CDs verteilt.

So schnell konnte ich gar nicht gucken bzw. mir etwas zu trinken holen, bis gleich die nächste Band am Start war: Rambomesser. Mit Online-Release ihres Demos hatte ich mir die Jungs gleich fürs kommende Semester im Studentencafé gekrallt und konnte die Metalband nun das erste Mal live sehen: Auf die Fresse mit Hardcore-Einflüssen und deutschem (Sprech-)Gesang. Könnt ihr dann am 6. April im SC selbst abchecken. Leider war bei den ersten paar Bands die Front-Beleuchtung minimalst, sodass ich mir schwer tat, mit meiner neuen Systemkamera (yeah yeah yippieh yeah!) und Kit-Objektiv (ja, ich weiß) anständige Bilder zu knipsen.

Den nächsten Slot belegten Ohrton aus Ludwigsfeld. Von der Band hatte ich vorher noch nie gehört oder gesehen und das ist auch ein Grund, warum es so wichtig ist, auf Band Contests oder Festivals zu gehen: Man lernt neue gute Bands kennen! In diesem Fall Alternative-Rock-Punk mit deutschen Texten.

Weiter ging’s mit Moltke & Mörike, von denen ich es kaum erwarten konnte, sie endlich live zu sehen. Im November haben sie über Youtube ein paar Demo-Songs rausgehauen, die mich gleich davon überzeugen konnten, dass mit ihren jungen Jahren (nicht ganz bzw. grade mal volljährig) absolutes Potential besteht, die nächste Kultband zu werden (man denke an Rockfish bzw. Van Holzen). Wie auch die anderen Bands haben die Jungs ihre Fans, die bereits sehr textsicher sind, und deren Sprechchöre mitgebracht. Gleich der erste Song, der etwas punkiger war als die anderen, etwas Indie-lastigen Lieder, riss auch das erweiterte und etwas ältere Publikum mit. Die komplette Show wurde abgefeiert und die Jungs waren davon sehr geflasht, als sie von der Bühne kamen. Interesse geweckt? 23. März im Studentencafé mit den Autos (und hoffentlich auch mit “Mary Jane”)!

^^ vor der Show

^^ M&M nach der Show

Moltke & Mörike haben mit ihrem Auftritt die Messlatte ganz schön hoch gelegt. Ich wusste, dass der nächste Act es nun schwer haben würde. Aufgrund der Auslosung fiel diese Aufgabe auf den Singer-Songwriter Ciizar D., der mit seiner Akkustik-Gitarre und seinen ruhigen Songs das Publikum dennoch begeistern konnte. An der Stelle möchte ich erwähnen, dass das Publikum nicht nur die Band bejubelte, die es primär unterstützen wollte, sondern einfach alles abfeierte, was gefiel. So muss das sein! Es gab eine tolle Mischung unterschiedlicher Musikstile an diesem Abend und ein ausverkauftes Haus und die insgesamt wirklich durchgehend gute Stimmung lässt auf eine neue Ausgabe nächstes Jahr hoffen.

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Die Felix Fraser Band hatte ich aus 2016 noch mit Klangschale und einem ganz unaufgeregten Auftritt in Erinnerung. An diesem Abend ging es lauter und ziemlich rockig und zwischendrin auch funky zu und Felix’ Testbild-Anzug war natürlich DER Eyecatcher des Abends (als Modebegeisterte erinnerte er mich an eine Mischung aus 80er, 90er und alte Tote Hosen). Spätestens mit der Singalong-Frage “Do you wanna get wasted?” (ja, immer!) hatten der Engländer und seine Truppe das Publikum auf seiner Seite.

Den Abschluss der Vorrunden-Bands machte die Roadstring Army. Vor einiger Zeit waren Sie als Duo auf den Straßen unterwegs, inzwischen haben Sie mit Bassist und Schlagzeuger eine tolle komplette Band am Start. Die Jungs spielen immer und überall und begeistern mit ihrer Folk-Pop-Mischung jung und alt (letztes Jahr gab es neben Club-Shows auch Auftritte im Europa Park und Legoland). So gab es auch bei der “Army” Zugabe-Rufe, aber der Abend war genau durchgetaktet und die Changeover-Zeit zwischen den Bands mit 5 Minuten sportlich festgelegt.

Die Zeit, die für die Auszählung benötigt wurde, wurde mit der Band Paranoia’s Paradise aus München überbrückt. Die Metalband hat sich bei einer anderen Ausgabe des Emergenzas den Titel “Best Promoter” erarbeitet und durfte nun dem Ulmer Publikum einheizen.

Nun wurde es ganz schön spannend. Beim Zutritt zum Club bekam jeder einen Stimmzettel mit dem maximal 6 von 7 (aber mindestens 2) der auftretenden Ulmer Bands gewählt werden konnten. Somit konnte wirklich (fast) alles gewählt werden, was gefiel und man musste sich nicht nur auf eine Band festlegen, sondern konnte mehrere Acts supporten. Bevor diese Top 3 von Matthias bekannt gegeben wurde, stand noch die Bekanntgabe des Jury-Gewinners an. Die Wahl der Jury (bestehend aus Bobbes, der in Ulm die Popbastion, das Schilli und auch den Musikmarathon betreut, und Flo von der Popakademie und an diesem Abend auch die Stagehand) fiel auf die Roadstring Army, die mit ihren tollen Songs überzeugt.

Die Roadstring Army wurde dann gleich noch zum Publikums-Zweiten gekürt (80 Stimmen) und (dem Anzug sei Dank? ;-)) die Felix Fraser Band als Dritter (70 Stimmen) war auch eine Runde weiter (normalerweise kommen nur die Gewinner des Jury-Votes und die ersten zwei des Publikums-Votes weiter, aber da sich die Army zwei Mal platzieren konnte, wurde auf den Publikums-Dritten erweitert). Mit einem ganz schön großen Vorsprung und insgesamt 114 Stimmen (von 190 Leuten) wurden die völlig überraschten Moltke & Mörike zum Sieger des Abends gekürt. Auch sie sind eine Runde weiter und haben nach Regional-Ausscheidungen und einem eventuellen Bundesfinale die Möglichkeit auf dem Taubertal Festival zu spielen. Die komplette Aufschlüsselung der Stimmen und einen schönen Bericht vom Musik-Profi Matthias findet ihr HIER.

Wer nun Lust hat, solo oder mit Band selbst am Emergenza teilzunehmen, bekommt am 10. März im Abdera in Biberach die Gelegenheit dazu. Bewerbt euch so schnell wie möglich HIER. Aber auch als Besucher macht der Contest echt Spaß. Zum Schluss also nochmal die Aufforderung: geht öfters auf Konzerte, schaut euch mehr Bands an! ❤

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