Art like an Italian – Interview mit Francesco Neo (Teil 1)

Francesco Neo ist mir das erste Mal beim Kunstschimmer 2016 aufgefallen. Bei der Ausstellung in Ulm habe ich mich sofort in seine Kunst “verliebt”. Ich finde, sie hat verschiedene Facetten: Wild und unkonventionell (und auch mal “shocking”), aber seine Portraits aus der jüngeren Vergangenheit wirken auch sehr weich und versöhnlich. Auf jeden Fall sind sie bunt und “laut” und treffen damit genau meinen Geschmack, weswegen bei uns zuhause auch Kunstdrucke und sogar zwei Originale hängen. Grund und Zeit genug, mehr über den auffälligen Künstler zu erfahren…

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Wann und wo bist du geboren und aufgewachsen?
Ich wurde 1981 in Mailand geboren und bin immer in Italien geblieben. 2007 bin ich dann nach Deutschland gekommen.

Hast du dich schon immer für Kunst/Malen/Zeichnen interessiert? Wann ging es bei dir los, über das „normale“ Malen im Kindergarten oder in der Schule hinauszugehen?
Meine Beziehung mit der Kunst hat schon im Kindergarten angefangen. Ich habe immer gezeichnet und auch zuhause habe ich immer Kugelschreiber, Filzstifte und Bleistifte gehabt. Meine Mama hat mir ständig Papier und Buntstifte geschenkt, also war es für mich normal, jeden Tag zu zeichnen. Als ich 10 Jahre alt war und in der Mittelschule in Italien habe ich mich nicht gut mit der Kunstlehrerin verstanden. Ich habe die Kunst etwas gehasst, da ich immer Aquarell malen musste und ich war nicht gut – ich habe nicht verstanden, wie Aquarell funktioniert. Ich war einem Wissenschafts-Gymnasium gelandet, was nichts für mich war. Ich habe deswegen meinen Weg geändert und bin dann auf einem Kunst-Gymnasium gelandet. Das hat mir besser gefallen und ich habe dort erkannt, dass ich das Ziel haben kann, Künstler zu werden.

Was waren damals deine Motive?
Als Kind war ich nur an der Natur interessiert: Blumen, Pflanzen und Bäume. Ich habe tausend Mal einen See mit vielen kleinen Bäumen gezeichnet.

Wie haben sich deine Motive über die Jahre weiterentwickelt?
Auf dem Kunstgymnasium habe ich angefangen, Modelle, Statuen und Menschen zu zeichnen – da waren die Blumen nicht mehr interessant. Eine schöne Frau war tausend Mal interessanter. Jetzt zeichne ich nur ganze Körper oder Portraits. Lieber von Frauen, aber auch mal von Politikern. Aber generell nur von schönen Frauen.

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Mir scheint es, als ob du unterschiedliche Phasen hast: Zuerst kannte ich die „Pop Art“-Collagen von bekannten Persönlichkeiten gemixt z. B. mit Skateboards. 2016 standen die Zeichnungen/Skizzen von Körpern und Köpfen, die aus hunderten oder tausenden „hektischen“ Stiftbewegungen entstehen, im Vordergrund. Seit längerer Zeit konzentrierst du dich hauptsächlich auf „weichere“ Gemälde von Frauenköpfen mit dickeren Pinseln. Wie kommt der Wandel und was meinst du, kommt bei dir als nächstes?
Ich habe immer Phasen gehabt, früher war ich ein bisschen wild und verrückt mit den Pop Art Collagen mit Messern, Skateboards, Barbies usw. Danach hatte ich mehr Bock darauf, zu zeichnen als zu malen. Dann hatte ich darauf keinen Bock mehr und habe wieder ganz normal gemalt, ohne verrückte Sachen. Nur einen Pinsel nehmen und „schnell“ ein Bild malen. Diese Phase gefällt mir sehr, ich werde eine Zeit lang nur malen, das gefällt mir ganz gut. Und so geht es weiter, bis es mir wieder langweilig wird. In der Zukunft würde ich gerne mit Skulpturen anfangen. Bildhauerei… Wer weiß?!

 

Was möchtest du mit deiner Kunst ausdrücken?
Ich habe keine Ahnung… Für mich ist Malen wie Atmen… Wenn wir atmen, denken wir nicht darüber nach, wieso wir atmen. Kunst ist für mich Leben und nicht mehr.

Woher nimmst du deine Inspiration? Hast du eine „Muse“?
Ich sage immer, dass ich wegen der Liebe Künstler geworden bin. Ich hatte eine Muse und ich bin wegen ihr nach Deutschland gekommen. Sie war meine Liebe… Im Moment ist die Muse weg und nun nehme ich meine Inspiration von den vielen schönen Frauen, die ich jeden Tag sehe. Jetzt sind alle Frauen meine Inspiration und Muse. Alle.

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Wer sind deine Vorbilder? Welche aktuellen oder vergangenen Künstler siehst  du dir gerne an?
Meine Vorbilder sind echte alte Meister. Theodore Géricault, Michelangelo, Caravaggio … Ich respektiere die Werke dieser Künstler und auch ihre Charakter, wie bei Caravaggio. Bei den aktuellen Künstlern muss ich leider sagen, ist es schwierig. Für mich ist die Kunst heute blöd geworden. Ich denke die meisten Künstler sind für mich scheiße. Ich habe nicht so viel Respekt. Ich mag nur Jonathan Meese, nicht wegen seiner Werke oder seiner Kunst, sondern wegen seines Charakters. Ich finde, er ist cool.

Teil 2 des Interviews folgt bald…
FRANCESCO NEO – Art like an Italian
Francesco Neo bei Facebook

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